petra maitz - works


BUSENMANDALA, Crochet Piece, 230 x 120 x 13 cm, 2013

01_bodXY MANDALA, Crochet Piece, 170 x 170 x 13 cm

 

    

Das Modell und seine animatorische Setzung - konstruktiv

The Model as Animation - Design Engineering

Die organische Welt und ihre Nachahmung zum Zweck des Erkenntnisgewinns werden heute mittels großer Datenmengen in Visualisierungsmodellen dargestellt. In der Biomedizin sind es tägliche Praktiken, die der Interpretation des Menschen unterliegen. Die Einbettung in den intendierten Kontext ist von entscheidender Bedeutung.

Aus neuen epigenetischen Forschungen lernen wir, dass der genetische Determinismus des letzten Jahrhunderts keineswegs als richtig gilt. Die RNA-Welt-Hypothese basiert stattdessen auf einer weitaus komplexeren Interpretation des Ursprungs des Lebens. Ausgehend von der generellen Systemtheorie (GST) Ludwig von Bertalanffys (Theorie des Lebendigen) werden die naturwissenschaftliche und die intuitive Methode der Kunst verglichen. Im Busenmandala-Kapitel zeigt sich so etwas wie ein Versuch der skizzierenden Annäherungen von zwei auseinander driftenden Wissensgebieten.

Die "neue-alte" Evolutionstheorie bewirkt einen kulturellen Wandel. Diese Ganzheitswende vollzieht sich sowohl medial in elektronischen Netzwerken als auch in alternativen Gesellschaftsentwürfen wie der Ökologiebewegung, wo alternative Konzepte tradierte, Ressourcen bedingt zu einem Ende führende Konzepte ablösen.

Ein Modell für den gedachten Körper, der sich nicht festlegen lässt auf eindeutige Geschlechts- und Sozialgebilde, ist eine fiktive Fantasie, die sich als grenzenloses "Organikum" (Orgontheorie von Wilhelm Reich) darstellt. Das BUSENMANDALA und das PENISMANDALA sind autonome Kunstwerke, die als Modell einer Theorie fungieren. Sie sind Soft Pieces aus dem Kanon der häkelnden Arbeiterin. In Fotografien von Freunden der Künstlerin, die für diese Freiheit als Modell stehen, wird die Sprache des Fusionierens des Modells mit dem realen Körper ausprobiert. Humorvolle transgender Erweiterungen.

Observation of nature by biologists is determined by vision, fundamentals of knowledge transfer have always been important for the exchange with technology used. The organic sphere and its emulation for the sake of knowledge can be represented today by means of huge amounts of data in visualization and modeling. In biomedicine, daily practices are subject to man‘s interpretation. The embedding in the intended context is of crucial importance. The comparison of methods of the two fields of knowledge, natural sciences and arts, is motivated by a single criterion: life. Starting from examples of arts, a sketch of the evolutive cooperation between the subject, technology and an artist‘s vision is designed. From new epigenetic research we have learnt that genetic determinism of the last century is erroneous. Instead of that, the RNA world hypothesis is based on a much more complex interpretation of the origin of life. Starting from Ludwig von Bertalanffy‘s (Theory of Life) general system theory (GST), the scientific method and the intuitive method of art are compared. In the last chapter, a conciliatory attempt of bringing together two fields of knowledge drifting apart is made.

The old new evolutionary theory has triggered cultural change. This holistic change takes place in electronic networks as well as in alternative social drafts such as the ecology movement, where alternative concepts are replacing traditional concepts based on scarce resources.