petra maitz - works

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LOTUS, 13 Vaginas, Crochetwork, 2011, Chinese Silk

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LOTUS, 13 Vaginas, Crochetpiece, approx. 177 x 177 cm,
Chinese Silk

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Reader's Digest World Atlas 1962, Rose Sélavy Paradise 2011
SCIENCE AND YOU

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Biomorphismus Sixteen My Love, 16 Skull Drawings 70 x 50 cm, ARTSPACE SYDNEY 2011


The Reasons Of Science

 

    

The Beauty of Desire, 13 Vaginas, 2011, ARTSPACE Sydney
The Reasons of Science


While in residency at Artspace Maitz will continue work on the Molecule Project, a work the artist has been developing with the assistance of University of Sydney Biochemistry Professor Anthony Weiss and Professor Peter Maitz of Concord Hospital Department of Reconstructive Surgery. Combining art, science and medicine with research into the rise of Green Party politics and the Australian mining industry Maitz's work strives to generate social and cultural exchange between the parties involved in the production of her artwork.

Working in a variety of mediums Maitz maintains a focus on the social power of artistic practice. Her project Lady Musgrave Reef (2002 - ongoing) contains over 1,700 pieces of stylised (and often phallic) crocheted sea-coral-like forms. Created by a group of homemakers that Maitz recruited through magazine advertisements the work that eventuated uses ecological and scientific foundations to address issues of community, family and collective labour through an adept appropriation of a stereotypically feminine craft medium.

Maitz has exhibited extensively in Europe and the United States since the mid-1990s. She has previously visited Australia and in 2009 staged the group show A Perfect State with Mikala Dwyer and Justene Williams at ICAN, Sydney.

Das Projekt Lotus, 13 Vaginas, The Beauty Of Desire, 2010-2012, ist nach einem Aufenthalt in Singapore und Australien, Melbourne und Sydney entstanden. Im asiatisch-pazifisch ozeanischen anderen Weltteil, der andere Religionen und andere Kulturen als die europäische, amerikanische beheimatet, hat Kunst einen alltäglichen Wert. Man arrangiert kleine Gebetsnester auf der Strasse, aus Palmenblätter gebunden und alle möglichen Blütenblätter und Räucherstäbchen beinhalten diese Nester. Die Blütenblätter verderben mit der Zeit, es ist nicht tragisch und somit eine performative vergängliche Aktion. Das gemeinsame Beten in den buddhistischen Tempeln und Indian Centers ist unaufgeregt und jeder ist willkommen. Im Sri Veeramakaliamman Temple in Little India in Singapore ist ein Freudentanz jederzeit möglich. Es ist naheliegend, dass Sexualität anders bewertet wird als im christlichen Europa. Der Lotus ist eine Wasserpflanze, ähnlich den Seerosen sind Lotuspflanzen Wasserpflanzen, dennoch aus einem ganz anderen Abstammungsgewächs, nämlich dem Nelumbonaceae, der Pflanzengattung der Lotusgewächse, diese sind wasserabweisend und resistent gegen H2O. Seerosen sind aus der Gattung der Nymphaea, dazu gehören auch die blaue Lotusblume, die vorwiegend in Afrika vorkommt. Der indische Lotus ist eine Symbolpflanze von besonderem Wert, beim Lotossitz in der Meditation wird die gefaltete Stellung der Beine mit der Faltung der Lotusblüte verglichen. In Analogie dazu ist "13 Vaginas" eine Anspielung an die Zweifachheit der kamasutrischen Stellungen in der indischen Sexualpraktik. Die aus chinesischen Seidengarn gesponnenen Fäden, sind verhäkelt zu einzelnen Blattformen, die einen Lotus bilden. Eine Blüte ist in Yves Klein-Blau gearbeitet, eine Mutation, die aus Europa eingeschleppt wurde. Zusammen mit einem Video der italienischen Künstlerin Mariateresa Sartori ist die Installation als ein Abschied an das utilitaristische Weltbild des 20.Jahrhunderts in Europa zu interpretieren. In "The Reasons of Science" wird das schmerzhafte Lernen durch Krieg und Gewalt historisch rückgespult, und ist nach dem berühmten Zoologen und Philosophen Stephen Jay Gould interpretiert, der unsere Zivilisation als nicht fortschrittlich einschätzt. Im Ton des Videos spricht eine Synchronstimme die Texte Goulds zu Bildern, die als Filmcollage lotus-blütenartig, prismenförmig generiert sind. Der 1. und 2. Weltkrieg in Europa wird filmisch aufgearbeitet.

Der Widerspruch der beiden Welten, der abendländischen und der asiatisch pazifischen äquatorialen Welt ist immanent.